"Ich bin glücklich"

Unruhen, Gewalt und Verfolgung stehen in Pakistan an der Tagesordnung und so machte sich Haroon mit 15 alleine auf in eine ungewisse Zukunft. Viel möchte er nicht von seiner Flucht erzählen, zu traumatisch sind die Erlebnisse: „Es war sehr gefährlich. Oft habe ich drei bis vier Tage lang nichts gegessen und kaum etwas getrunken“, erzählt er in fast perfektem Deutsch.

Vor kurzem begann er mit dem zweiten Ausbildungsjahr zum Koch im Hotel-Restaurant Bergerhof in Bartholomäberg. „Es gefällt mir sehr gut hier und ich kann auch schon einige österreichische Gerichte kochen“, schmunzelt Haroon. „Am Anfang war es sehr schwer, weil in Pakistan kochen wir sehr scharf“, so der junge Mann, der auch schon seinen Chef Peter Stockhammer mit original pakistanischen Gerichten ordentlich zum Schwitzen brachte. „Haroon war sofort mit viel Begeisterung bei der Sache. Wenn er sich weiter so gut in der Küche macht, möchte ich ihn gerne nach der Lehre fix als Koch übernehmen!“

Doch es war nicht vom Anfang an so sonnig. „Am Anfang war es nicht einfach, so ohne Familie und ohne die Sprache zu verstehen. Ohne Sprache kann man einfach nichts machen!“, erinnert Haroon sich. Mit seiner Familie in Pakistan hat der Junge leider nur wenig Kontakt: „Es ist sehr schwierig, weil wir zuhause keinen Strom und kein Telefon haben.“

Doch der junge Mann blickt nach vorne, möchte etwas in seinem Leben erreichen und fühlt sich vor allem im Montafon schon sehr zuhause: „Ich möchte hier im Tal bleiben, weil es mir hier sehr gut gefällt, ich die Natur liebe und ich hier viele Freunde gefunden habe.“